BSC Kelsterbach begeht sein 75-jähriges Bestehen

Ehrung für Verein und Mitglieder bei kleiner Feier am Vereinsheim

Auszeichnung: Rüdiger Pfennig (Zweiter von links) mit der Ehrenurkunde des Landessportbundes Hessen für den BSC Kelsterbach. Die Verdienstnadel des Landessportbundes erhielten die seit vielen Jahren engagierten Mitglieder Andreas Hoffmann, Mechthild Engel und Norbert Lesch (von links). (Foto: Postl)

Kelsterbach (pos). Der Ball-Spiel-Club (BSC) Kelsterbach kann in diesem Jahr auf sein 75-jähriges Bestehen zurückblicken. Auf eine klassische akademische Feier haben die Verantwortlichen verzichtet, vielmehr gab es eine für Mitglieder, Freunde und vor allem Gäste. So wurde das Jubiläum denn auch nicht mit großen Reden, sondern mit einem Familienfest am Samstag rund um das Vereinsheim am Mainufer gefeiert. 

Neben Bürgermeister Manfred Ockel überbrachte der Vorsitzende des Sportkreises Groß-Gerau, Eckardt Stein, Glückwünsche im Auftrag des Landessportbundes Hessen. Nach den kurzen Reden folgten die Ehrungen verdienter BSC-Mitglieder, dann wurde auf dem Vereinsgelände gefeiert. Allerdings hätte die Resonanz seitens der Mitglieder und der Gäste etwas besser sein können. „Wir sind kein Verein der großen Feiern, wir sind mehr wie eine große Familie, in der auch mal gefeiert wird“, beschrieb Vorsitzender Rüdiger Pfennig die Idee, wie man das große Vereinsjubiläum begehen wollte. Viele fleißige Hände des „harten Kerns“ hatten dennoch große Vorbereitungen getroffen: Eine Grillstation, Getränke-Wagen, dazu noch viele Tische und Bänke, nicht nur auf der Terrasse, sondern zusätzlich auch auf der Wiese am Mainufer waren hergerichtet. „Wir hoffen, dass von den vielen Radlern und Fußgängern doch einige hier mal einen kurzen Stopp einlegen“, so die Überlegung der Vorsitzenden. Dies erfüllte sich leider nicht so ganz. Dennoch war immer Leben auf dem Festgelände. „Klar hätten es mehr Besucher sein können, aber es sind halt auch noch Ferien“, zeigte sich Rüdiger Pfennig dennoch zufrieden. 

„Verein mit Hand und Fuß“

In seinem Grußwort bezeichnete Eckardt Stein den BSC Kelsterbach als „Verein mit Hand und Fuß“. Damit verwies er auf die einst recht erfolgreichen Handballer, auf deren Bestreben hin der BSC im Jahr 1947 gegründet worden war, sowie auf die derzeit größte Abteilung – die der Fußballer. „Der BSC Kelsterbach ist in den letzten Jahren insbesondere durch seine Erfolge im Bosseln weit über die Grenzen der Stadt, ja über den Kreis Groß-Gerau hinaus bekannt geworden – dies ist insbesondere Ihrem recht aktiven Vorsitzenden Rüdiger Pfennig zu verdanken“, betonte Stein.
Der Sportkreisvorsitzende überreichte Pfennig die Ehrenurkunde des Landessportbunds für den Ball-Spiel-Club zu seinem 75-jährigen Bestehen. Anschließend zeichnete er die im Vorstand des Vereins engagierten Mechthild „Maxi“ Engel, Andreas Hoffmann und Norbert Lesch für ihre besonderen Verdienste mit der Ehrennadel des Landessportbunds Hessen aus.
Bürgermeister Ockel überbrachte sowohl die Glückwünsche des Magistrats als auch der Stadtverordnetenversammlung und hob vor allem die besondere Jugendarbeit des BSC hervor. Auch der Rathauschef verwies auf die großartigen Erfolge der Bossel-Abteilung, vergaß aber auch nicht die Bemühungen des Vereins, andere Sportarten am Leben zu erhalten, etwa den Handball. Denn seit der Saison 2015/16 spielen die Handballer des BSC in der Spielgemeinschaft HSG MainHandball mit dem TV Flörsheim und dem TSV Raunheim.
Auch habe sich der BSC für neue Interessengruppen geöffnet und etwa erfolgreiche Frauen- und Juniorinnen-Mannschaften im Fußball gegründet. „Der BSC Kelsterbach ist ein Verein, der offen für alle ist, die sich rund um den Ball sportlich betätigen wollen“, beschrieb Ockel das sportliche Angebot. Auch machte er Hoffnung, dass es für das sanierungsbedürftige Vereinsheim bald eine Lösung geben wird.

Vereinsheim: Bau in Eigenleistung der Mitglieder 

Die Gründung des BSC fußte damals auf dem Wunsch der Handballabteilung, sich in der Sport- und Kulturgemeinschaft (SKG) Kelsterbach zu verselbstständigen – auch, weil sich die SKG trotz Vorstandswahlen 1947 auflöste. Am 10. August 1947 dann fanden sich im Gasthaus „Zur Drehscheibe“ 59 Mitglieder zur Gründungsversammlung ein, die den Ball-Spiel-Club aus der Taufe hoben. Zum Vorsitzenden wurde Adam Wagner gewählt, und die „Drehscheibe“ wurde auch zum Vereinslokal. Den Namen des neuen Vereins – Ball-Spiel-Club – habe man auf der Rückfahrt mit der Fähre von einem Handballspiel spontan festgelegt – und den Namenserfinder dann kurzerhand quasi als rituelle Bestätigung in den Main geworfen. 
Die Handballer hatten damals Hochkonjunktur und spielten recht erfolgreich auf dem Großfeld, wechselten dann aber – dem allgemeinen Umbruch folgend – in die Halle. Legendär war der Kelsterbacher Kreisläufer Otto Pfister, der als bester auf dieser Position in der ganzen Region galt. In die Ägide des langjährigen Vorsitzenden Karl-Wilhelm Laun fiel auch der Bau des eigenen Vereinsheims am Mainufer, mit Zugang von der Bergstraße. Der Bau wurde komplett in Eigenleistung erstellt, was nicht nur eine besondere Leistung der Mitglieder war, sondern auch den legendären Zusammenhalt in der BSC-Familie unterstreicht.
Heute zählt der BSC Kelsterbach 584 Mitglieder, davon gehören mehr als 400 der Abteilung Fußball an. Nahezu die Hälfte der Fußballer sind Jugendliche, die derzeit in acht Mannschaften am Spielbetrieb teilnehmen. Auch dem Frauenfußball hat sich der BSC geöffnet, zudem wurde zeitweise auch Tennis, Volleyball und Badminton gespielt. Seit Juni dieses Jahres versucht der BSC, den Basketball zu reaktivieren und baut gerade eine neue Mannschaft auf. Mit Kegelsportler Peter Wolf ist ein BSC-Mitglied auch im Behindertensport erfolgreich.
Besonders wichtig für den BSC Kelsterbach: die stets großzügige Unterstützung der Stadt sowohl in finanzieller als auch ideeller Hinsicht. Denn ohne diese Unterstützung werde es immer schwieriger, alle Angebote aufrecht zu erhalten, betonte der Vorsitzende Rüdiger Pfennig abschließend.
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