DLRG Kelsterbach will Einsatzgruppe für Katastrophenschutz stellen

Mitgliederzahl gestiegen, Ausbilder am Limit

Wurden für ihre Mitgliedschaft geehrt (von links): Lukas Zumach (25 Jahre), Monika Henrich (40 Jahre) sowie Marianne Ullrich und Mathias Wolf (50 Jahre). (Foto: Koslowski)

Kelsterbach (rko). Der DLRG-Bezirk Kelsterbach will eine schnelle Einsatzgruppe für den Katastrophenschutz aufbauen. Sie wäre dem Wasserrettungszug des DLRG-Bezirks Rüsselsheim angegliedert. Darüber informierte der technische Einsatzleiter des Bezirks Kelsterbach, Sven Kleinschmidt, am vergangenen Samstag bei der Jahreshauptversammlung im Fritz-Treutel-Haus. 

Bisher sei der DLRG-Bezirk noch nicht an Wasserrettungen im Landkreis Groß-Gerau beteiligt gewesen, so Kleinschmidt. Der Landkreis sei indessen interessiert an einer Mitwirkung des Bezirks. Nicht zuletzt wegen der nach wie vor recht hohen Zahl der Toten durch Ertrinken. Im Jahr 2021 habe es in Hessen 19 Opfer, im vergangenen Jahr 14 Opfer gegeben. Der Bezirk Kelsterbach würde eine schnelle Einsatzgruppe mit Boot, Einsatzfahrzeug und Einsatzkräften stellen. Ein Motorrettungsboot ist vorhanden. Ein Mercedes Vito soll von der Landespolizei gekauft werden – das Fahrzeug ist mit sechs Sitzen sowie mit Funk- und Sondersignal ausgestattet. Allerdings müsste es noch in den Farben der DLRG lackiert werden. Bleiben noch die Einsatzkräfte. Acht Mitglieder würden gerade eine Ausbildung absolvieren, die schon recht weit fortgeschritten sei, berichtete Kleinschmidt. Ab Mai seien sechs von ihnen mit einem Bootsführerschein ausgestattet. Zudem rechnet er mit fünf bis sechs Jugendlichen, die im kommenden Jahr aus dem Jugendeinsatzteam (JET) in die Einsatzabteilung wechseln würden. Die schnelle Einsatzgruppe werde an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr alarmbereit sein. Bei einem Einsatz müssen mindestens drei Aktive ausrücken. 

Mitgliederzahl gestiegen, Kapazitätsgrenze bei Ausbildern erreicht

Für Fahrzeug und Boot müssen indessen noch ein Platz zum Abstellen gefunden werden. Bürgermeister Manfred Ockel, der bei der Versammlung anwesend war, hat eine Fläche im Areal gegenüber des Parkhauses Platzhirsch, am Regenrückhaltebecken und dem Wertstoffhof im Auge. Das Gebiet werde mit einem Bebauungsplan neu geordnet. Er lobte das Vorhaben der DLRG, sich am Katastrophenschutz zu beteiligen. Dies sei eine große Herausforderung. Rüsselsheim stelle bereits einen Zug. Mit der Ergänzung aus Kelsterbach sei der Landkreis komfortabel aufgestellt. 
Positives konnte der Bezirksleiter Eduardo Augusto Alonso auch über die Entwicklung der Mitgliederzahlen berichten. Die seien nämlich im vergangenen Jahr um fast 200 Personen gestiegen. So zähle der Bezirk jetzt rund 900 Kinder und Jugendliche sowie rund 700 Erwachsene. Im vergangenen Jahr habe die DLRG über 260 Schwimmabzeichen – vom Seepferdchen bis zum Abzeichen in Gold – abgenommen. Es hätten sich durch die coronabedingte Pause einige Prüfungen angestaut. Außerdem seien über 120 Rettungsschwimmerabzeichen abgenommen worden. Er könne sich erinnern, dass schon einmal mehr Abzeichen in einem Jahr abgenommen worden seien, so Alonso. 
Die Kapazitätsgrenze sowohl bei den Ausbildern als auch bei den Zeiten für das Becken im Sport- und Wellnessbad und dem Lehrschwimmbecken der Karl-Treutel-Schule seien indessen erreicht. Die DLRG führe Gespräche, ob noch zusätzliche Zeiten im Sport- und Wellnessbad möglich seien. Er äußerte auch sein Bedauern, dass die immer mal wieder ausfallende Technik im Lehrschwimmbecken oftmals ein Problem sei. Gleichwohl sei die DLRG froh, mit diesen beiden Bädern sehr gut aufgestellt zu sein. 
Ockel hoffte unterdessen, dass das Lehrschwimmbecken der DLRG noch so lange wie möglich zur Verfügung stehen werde. Beim Neubau der Grundschule an der IGS soll ein neues Becken nahe dem Sport- und Wellnessbad gebaut werden – unter Beteiligung der DLRG, wie Ockel betonte.
Der Vereinsringvorsitzende Thorsten Schreiner lobte die Beständigkeit des DLRG-Bezirks sowie die Außendarstellung über die sozialen Medien. Der Vereinsring wolle die DLRG auch gerne weiterhin unterstützen. Kritische Worte fand Alonso dann selbst noch. Er war enttäuscht über die nur 23, davon 22 stimmberechtigten, Anwesenden. Er wünsche sich mehr Teilnehmer bei einer Jahreshauptversammlung. 
Bei der Nachwahl für das Amt des Geschäftsführers wurde Sebastian Pawlik einstimmig gewählt. Vorgänger Christian Bürkel hatte das Amt aus privaten Gründen aufgegeben. Während der Versammlung ehrte die DLRG langjährige Mitglieder: für 50 Jahre Marianne Ullrich und Mathias Wolf, für 40 Jahre Monika Henrich und für 25 Jahre Lukas Zumach. 
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