Einblick in den Lernalltag der IGS Kelsterbach

Tag der offenen Tür: Schule stellt sich Viertklässlern und deren Eltern vor

Wie läuft der Unterricht ab? Einen Blick in den Klassenraum warfen diese Besucher. (Foto: Koslowski)

Kelsterbach (rko). Einmal in eine Unterrichtsstunde reinschnuppern, mal sehen, wie sich die Lehrer verhalten und wie schwer oder leicht verständlich der Stoff ist. Dies durften Viertklässler, also jene Kinder, die nach den Sommerferien auf eine weiterführende Schule wechseln, am Tag der offenen Tür an der Integrierten Ganztagsschule (IGS). Die Teilnahme am Unterricht war eines von vielen Angeboten, die die Schule am vergangenen Samstagvormittag zu bieten hatte.

Die Viertklässler konnten richtig am Unterricht teilnehmen, sich in die Klasse setzen, aber auch einfach mal von der Tür des Klassenraums aus den Unterricht beobachten. Dabei stellte die Schule nicht nur Hauptfächer, sondern auch Nebenfächer, wie Biologie und Gesellschaftslehre vor, die für die Viertklässler noch unbekannt sind. Henry war begeistert vom Englisch- und Sachkundeunterricht. Im Sachkundeunterricht seien die Unterschiede zwischen der Alt- und Jungsteinzeit besprochen worden, in der Englischstunde hätten die Schüler ihre Freizeitaktivitäten nennen sollen. Henry findet die IGS toll und kann sich vorstellen, diese Schule nach den Sommerferien zu besuchen. Die Familie hatte sich auch Rüsselsheimer Schulen angeschaut. Henrys Vater sieht den Vorteil, dass sich die IGS am Wohnort befindet, dass sie eine Ganztagsschule ist und, dass viele AGs angeboten werden. 
Gestartet war der Tag der offenen Tür im Stufensaal mit einer Einführung von Ursula Rosenblatt, Leiterin der Jahrgangsstufen fünf bis sieben, und dem stellvertretenden Schulleiter Christian Reschke. Sie stellten das Konzept der Schule vor, hoben die Besonderheiten hervor. Reschke freute es besonders, dass er Eltern begrüßen durfte, die er bereits als Schüler kennengelernt hatte und die sich jetzt für ihre Kinder für die IGS interessieren. „Es ist schön, dass die Eltern die Schule positiv in Erinnerung haben“, sagte er. 

„Kein Schüler verlässt die Schule ohne einen Anschluss“

Schulleiterin Barbara Jühe arbeitete im Gespräch mit dieser Zeitung die Besonderheiten der IGS heraus. Da sei zunächst das rhythmisierte Ganztagskonzept mit 90-minütigen Unterrichtseinheiten. Dazwischen stehen keine kurzen Pausen, sondern eine halbstündige Pause am Vormittag und die Mittagspause. Das 90-Minuten-Konzept bringe im Gegensatz zu dem üblichen 45-minütigen Takt mehr Ruhe in den Unterricht. Während des Unterrichts arbeiten die Schüler alleine und in Gruppen. Ein weiteres besonderes Angebot sei die Berufs- und Studienorientierung. „Kein Schüler verlässt die Schule ohne einen Anschluss“, betonte Jühe. Die Schüler würden individuell beraten, dabei werde auch die Ausbildung in Betracht gezogen und die Ausbildungssuche werde von der Schule unterstützt. Die IGS sei stolz auf die Ergebnisse bei den Hauptschul- und Realschulprüfungen, schilderte Jühe weiter. In den Kategorien Deutsch, Mathematik und Englisch liege die IGS in der neunten und zehnten Jahrgangsstufe in den vergangenen Jahren über dem Landesdurchschnitt.

Kulturpause: Schüler präsentieren ihre Herkunftsländer

Ein weiterer Punkt, den die Schulleiterin hervorheben wollte, war die gegenseitige Schülerhilfe. Rund 200 ältere Schüler würden ehrenamtlich jüngeren Schülern Nachhilfe geben. „Das ist eine tolle Ressource für die Kleinen“, sagte Jühe. Außerdem sprach sie die Kulturpause an. An der Schule seien Kinder und Jugendliche aus 45 Herkunftsländern angemeldet. Im Rhythmus von zwei bis drei Wochen werden unter der Leitung der Lehrerin Laila Nuri ein Land und seine Kultur vorgestellt. Die Schüler des Landes erarbeiten den Inhalt selbst, schildern Eindrücke und Spezielles. Im Stufensaal wird ein Video gezeigt, es wird ein kulinarischer Einblick geboten. Jühe betonte, dass die IGS gegen Rassismus und Rechtsextremismus arbeite. Die IGS gehört zum Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Für die Besucher lagen handliche Mappen Informationsmaterial bereit. An Ständen informierten und berieten Schüler wie auch Lehrer über das Schulkonzept und die Angebote Schulsozialarbeit und Schulseelsorge. Ein ausführliches Bild zeichnet die IGS auch auf ihrer Homepage. Warum also einen Tag der offenen Tür anbieten? Schulleiterin Jühe gibt eine Antwort: Kinder und Eltern können die Atmosphäre der Schule aufnehmen, Schulleitung und Lehrer kennenlernen, sich einen persönlichen Eindruck machen, würden ein Gefühl für die Räumlichkeit bekommen. „Der persönliche Blick vor Ort ist nicht zu ersetzen, man kann die Schule selbst sehen und erleben“, so Jühe.

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