IGS Kelsterbach feiert Schulfest

Sozialarbeit und Förderverein stellen sich mit ihrem Angebot vor

Bücher, Becher und vieles mehr: Die Sechstklässler der IGS verkauften auf dem Flohmarkt aussortierte Dinge, für die sie keine Verwendung mehr haben. (Foto: Mangold)

Kelsterbach (man). Bei Sonnenschein und milden Temperaturen feierte die Integrierte Gesamtschule (IGS) am vergangenen Samstag ihr jährliches Schulfest, mit einem Flohmarkt, Torwandschießen, Sackhüpfen und vielem mehr. Der Erlös ging an den Förderverein. Lehrerin Pia Welkenbach, die federführend den Tag organisierte, sprach von einem Begegnungsfest. Morgens hatten die Eltern die Option, in der offenen Stunde einen Eindruck zu gewinnen, wie der Unterricht an der IGS abläuft. Auf dem Hof verkauften die Schüler der siebten Klassen auf einem Flohmarkt das, was zu Hause niemand mehr braucht. Im Kellerraum der Einrichtung gingen Kuchenstücke über den Tresen, gebacken von den Müttern, die auch das Angebot des Büfetts zubereiteten, das ihre Kinder in der Mensa anboten. Besonders für die Eltern der Fünftklässler sei das Fest eine Möglichkeit, die Schule einmal näher kennenzulernen.

Sozialarbeit an der Torwand kennenlernen

Draußen stand eine Torwand. Der 15-jährige Muhammed Bouran kam auf den Sozialpädagogen Redouane Toobali zu und erzählte von seiner hundertprozentigen Trefferquote. Er habe nur einmal abgezogen und der Schuss habe gesessen, was die Mitschüler Cnam Chotska und Emirhan Gkeritti bestätigten. Toobali hatte zuvor auch sein Glück an der Torwand versucht. Der 42-Jährige arbeitet seit 2019 an der IGS. Er wird aktiv, wenn es Probleme zu lösen gilt, die sich jenseits der Problematik bewegen, in Mathe etwas nicht zu verstehen oder die Grammatik korrekt zu beherrschen.
Oft sitzt Toobali im Unterricht, steht auch vor der Klasse, um herauszufinden, wie sich ein Konflikt zwischen Schülern lösen lässt. Wenn sich Kinder im Unterricht daneben benähmen oder nur in sich gekehrt dasäßen und sich partout nicht beteiligen wollten, habe das immer einen Grund, erklärte Toobali. „Jeder trägt einen mehr oder weniger schwer gefüllten Rucksack mit sich herum“, führte der Sozialpädagoge aus. „Erwachsene schaffen es normalerweise, private Probleme nicht mit zum Arbeitsplatz zu nehmen, Kinder und Jugendliche können das noch nicht.“ Seine Aufgabe sei es, in Einzelgesprächen herauszufinden, warum sich Schüler aggressiv oder apathisch verhielten.

Auch der Förderverein ist dabei

Im oberen Stockwerk des Schulgebäudes veranstaltete die Schülerschaft der sechsten Klassen Spieleklassiker wie Sackhüpfen, Eierlauf und die „Reise nach Jerusalem“, bei der immer ein Kind mehr, als es Stühle gibt, im Kreis läuft. Stoppt die Musik, heißt es, einen freien Platz zu ergattern. Vor dem Kellerraum standen im Freien ein Tischfußball und eine Tischtennisplatte, Angebote, die ebenfalls rege genutzt wurden. Sportlehrer Stephan Sommer ist kein Typ, der Jugendliche extra gewinnen lässt. „Sie müssen sich anstrengen“, verlangte der 39-Jährige. Einem Schüler, der nicht schlecht spielt, aber gerade keine ganz glückliche Phase an der Platte durchlief, nahm der 39-Jährige den Satz mit 11:0 ab. T-Shirts mit IGS-Aufdruck verkauften Kurt Linnert und Ute Hagemann-Fay. Linnert kennen die Kelsterbacher als Ersten Stadtrat im Rathaus. Irgendwann sei er angefragt worden, ob er nicht den Vorsitz des Fördervereins übernehmen könne. Die Mathematiklehrerin Hagemann-Fay agiert im Vorstand als dessen Stellvertreterin. Schulleiterin Barbara Jühe plant, die Einnahmen des Fördervereins aus dem Verkauf für Schulprojekte einzusetzen, die das Thema Nachhaltigkeit behandeln, „vielleicht legen wir einen Garten an“. Das müsse man aber noch besprechen.

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