Kelsterbach: Gottesdienst in St. Markuskirche mit über 500 Besuchern

Groß ist die Sehnsucht nach Frieden

Nach zwei Jahren Corona-Beschränkungen gab es an diesem Heiligabend keine Auflagen und so war die Kelsterbacher St. Markuskirche zum Familiengottesdienst mit Krippenspiel wieder voll besetzt. Foto: Scherer

Kelsterbach – Endlich wieder ein volles Gotteshaus zu Heiligabend: Etwa 500 Gläubige kamen zum Familiengottesdienst mit Krippenspiel in die katholische St. Markuskirche. Da ging auch Pfarrer Franz-Josef Berbner sichtlich das Herz auf – nach zwei Corona-Jahren mit strengen Auflagen und einer beschränkten Anzahl an Besuchern gab es diesmal keine Einschränkungen mehr.
Entsprechend waren alle Bänke besetzt und im hinteren Bereich der weitläufigen Kirche verfolgten einige Besucher den festlichen Gottesdienst im Stehen. Aber auch an jene, die lieber von zuhause aus die Andacht verfolgen wollten, hatte die Gemeinde gedacht und den Gottesdienst per Livestream übertragen. Ein weiteres Angebot gab es in der Herz-Jesu-Kirche für Kinder, dort wurde nachmittags an einer „Krippe mit allen Sinnen“ die Weihnachtsgeschichte erzählt.
Eingestimmt auf Weihnachten wurden die Gläubigen von den Kurrendebläsern des evangelischen Posaunenchors, die an Heiligabend im Stadtgebiet unterwegs waren und mit drei Musikstücken die Geburt Christi verkündeten (Siehe Artikel auf Seite 12). Nachdenkliche Worte richtete Pfarrer Berbner an die Gemeinde angesichts des Kriegs gegen die Ukraine. Auf den Tag genau vor zehn Monaten – am 24. Februar – habe Russland die Ukraine überfallen und einen grausamen, bestialischen und unmenschlichen Krieg begonnen, der so viel Leid, Tod und Zerstörung gebracht habe. „Unsere Gebete gelten heute Abend besonders den Menschen in der Ukraine, den Geflüchteten, die hier in Deutschland, auch in Kelsterbach angekommen sind und die diesen Tag getrennt von ihren Lieben begehen.“
Wie groß sei derzeit die Sehnsucht nach Frieden, wie groß der Wunsch, dass ein liebender Gott zum Frieden verhilft. Am Heiligabend feiere man die Menschwerdung Gottes, in Jesus sei Gottes Liebe sicht- und erfahrbar geworden und habe den Menschen Erlösung vom Unheil gebracht. Man wolle nun vor allem beten, dass die vom Krieg betroffenen Menschen getröstet und aufgerichtet werden und dass sie die Hoffnung nicht verlieren. Gleichzeitig wolle man Gott dafür danken, dass man – ob im Kreis der Familie, allein oder wie und wo auch immer – einen besinnlichen und friedvollen Abend verbringen könne, so Berbner.
Diese Botschaft von der Liebe Gottes war dann auch Thema des Krippenspiels „Der Weihnachtsstern“, in dem auch der Pfarrer eine Rolle übernahm, nämlich die des titelgebenden Sterns. Dieser erzählte die Geschichte der Familie Noritz, die in den Weihnachtsvorbereitungen steckt. Draußen tobte ein kalter Schneesturm, in den sich Mama Noritz noch einmal für die letzten Einkäufe hinauswagt.
Die drei Kinder sollen zuhause bleiben, doch Bruder Benni hat das Weihnachtsgeschenk für den Vater vergessen. Mit der Taschenlampe macht er sich auf über ein Feld zum Einkaufszentrum, doch er verliert die Orientierung und bleibt im Schnee stecken. Die Familie macht sich auf die Suche nach Benni, der dank seiner leuchtenden Taschenlampe gefunden wird. Ähnlich wie der Stern von Bethlehem die Hirten und Weisen aus dem Morgenland zum Jesuskind im Stall führte, hatte die Taschenlampe die Familie zu Benni geführt. 
Das kurze Krippenspiel hatten Silvia Helmchen und Martina Ravnikar mit den 19 Darstellern einstudiert. Gerne hätten sich noch mehr an dem Krippenspiel beteiligt, erklärte Helmchen. Allerdings sei es immer mit einem großen Aufwand verbunden, alle Darsteller unter einen Hut zu bekommen, daher habe man diesmal vor allem Kommunionkinder und Messdiener eingebunden. In den Jahren davor hatten sich auch einige Erwachsene in das weihnachtliche Krippenspiel eingebracht. VON NADINE SCHERER

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