Kelsterbach: Kaum Interesse am Infoabend zur Energieberatung

Nur wenige Bürger bei Auftakttermin im Bürgersaal / Bislang 30 Anmeldungen

Haben sich vorgestellt: die vier Energieberater (von links) René Scheffel, Muaz Hamid Ayoub, Sabit Hekimoglu und Kai Steinhaus mit Maximilian Barth, Klimaschutzbeauftragter der Stadt Kelsterbach. Fotos: Postl

Kelsterbach – Ab Januar gilt ein neues Heizgesetz, das besagt, dass bis 2045 alle Heizungen auf erneuerbare Energien umgestellt sein müssen. Ab Januar 2024 gilt dies bereits für neue Heizungen in Neubaugebieten. Nicht nur das schreckt Hausbesitzer auf, auch die Preisspirale bei den fossilen Energieträgern und die Sorge um den CO2-Ausstoß gebieten ein Nachdenken über eine Erneuerung des aktuellen Wärmespenders im Haus.
Private Hausbesitzer erfahren hier Unterstützung und Förderung – etwa durch die aufsuchende Energieberatung der Landesenergieagentur (LEA) Hessen. 

Die Stadt Kelsterbach hat sich dieser als Modellkommune angeschlossen. Mit dem Programm „Aufsuchende Energieberatung“ erhalten interessierte Hausbesitzer nun die kostenlose Möglichkeit, ihr Eigenheim von einem Energieberater durchchecken zu lassen.
Insgesamt 80 Kelsterbacher Ein- und Zweifamilienhausbesitzer können sich für die Energieberatung anmelden, bislang haben nur rund 30 Interessenten davon Gebrauch gemacht. Um entsprechend über diese Aktion zu informieren, hatte die Stadt für Donnerstagabend vergangene Woche zu einer Informationsveranstaltung im Fritz-Treutel-Haus eingeladen. Genau ein Dutzend Kelsterbacher kamen, darunter drei Bürger, die sich bisher noch nicht angemeldet hatten. Bürgermeister Manfred Ockel machte keinen Hehl aus seiner Enttäuschung über das dürftige Interesse: „Ich habe schon eine größere Resonanz erwartet, zumal man sich dieser wichtigen Aufgabe nicht entziehen kann – sie wird unausweichlich kommen“, sagte Ockel deutlich. Der Bürgermeister verwies darauf, dass im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanung alle möglichen Aspekte der Energiegewinnung in Betracht gezogen werden. „In Kelsterbach sind derzeit vier Rechenzentren in Planung, deren Abwärme ebenso genutzt werden soll wie möglicherweise das Mainwasser“, nannte er die Bandbreite möglicher Energiequellen als kommunalen Wärmespender.
In einer kurzen Präsentation stellte der städtische Klimaschutzbeauftragte, Maximilian Barth, Hintergrund und Ablauf einer aufsuchenden Energieberatung vor. „Es muss ja nicht gleich der große Umbruch mit Zigtausenden von Euro sein, es finden sich sicherlich in jedem Haus noch kleinere Maßnahmen, die zu einer spürbaren Energieeinsparung führen können“, betonte er.
Nach einem kurzen Gespräch des Energieberaters mit dem Hauseigentümer soll eine Bestandsbeschreibung erfolgen, und nach einer kurzen Besichtigung ausgewählter Bereiche der Immobilie gibt es Vorschläge für entsprechende Maßnahmen. Insgesamt sollte der Besuch in einer Stunde erledigt sein. „Wir haben dafür bereits vier zertifizierte Energieberater aus der Region ausgewählt, die unabhängig – auch von ihrem Heizungsbauer des Vertrauens – entsprechende Vorschläge mit den zu erwartenden finanziellen Aufwendungen, aber auch Kosten bei der Energieeinsparung machen“, erläuterte Barth.
Er wird die vier Energieberater – Kai Steinhaus, Sabit Hekimoglu, Muaz Hamid Ayoub und René Scheffel – über das Stadtgebiet verteilen und den Interessenten zuweisen. „Sie brauchen also nichts zu tun, Sie werden angerufen – und es besteht auch danach keine weitere Pflicht zum Handeln“, erläuterte Barth. Die Aufgesuchten erhalten im Anschluss ein entsprechendes Protokoll. 
Die Aktion soll in den kommenden zehn Wochen abgewickelt werden. Wichtig ist noch zu erwähnen, dass sich noch weitere Kelsterbacher Eigentümer, deren Häuser vor 1990 gebaut worden sind, für die aufsuchende Energieberatung anmelden können – so lange, bis die 80 Plätze alle belegt sind. pos
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