Kelsterbach: Mysteriöser Tod eines Damhirsches

KKB vermutet Wilderei und geht von einem Hundeangriff aus / Polizei hat Zweifel

Dieser Albino-Damhirsch ist nahe des Staudenweihers tot aufgefunden worden. Die Polizei teilt die ursprüngliche Vermutung nicht, dass dieser von einem Hund getötet wurde. Foto: fa

Kelsterbach –  Ein außergewöhnlicher Vorfall hat sich in der Nacht vom 7. auf den 8. Dezember in Kelsterbach ereignet: Ein seltener Albino-Damhirsch wurde dort tot aufgefunden. Dieser Fund nahe des Staudenweihers sowie einer Autovermietung sorgt für Rätselraten. Hatte anfangs noch die Vermutung im Raum gestanden, der Hirsch sei von einem Hund angegriffen worden, so stellt die Polizei diese These nun infrage.

Bernd Hochstädter, Sprecher des Polizeipräsidiums Südhessen, äußerte auf Nachfrage dieser Zeitung: „Die Kollegen vom Diensthundewesen haben aufgrund der Wunde erhebliche Zweifel, dass ein Hund für den Tod des Hirsches verantwortlich ist. Die Bissspuren passen nicht zu den Verletzungen des Tieres.“ 
Doch Martin Klepper, Betriebsleiter des Kelsterbacher Kommunalbetriebs (KKB) und zuständiger Forstbeamter, geht weiterhin davon aus, dass eine Hundeattacke ursächlich für den Tod des Hirsches ist. „Die Polizei glaubt, dass die Bissspuren erst nach dem Tod des Tieres erfolgt sind. Aber warum sollte ein Hund einen toten Hirsch anfallen?“ Schussspuren seien ebenfalls keine gefunden worden. Klepper weißt darauf hin, dass die Polizei lediglich die Bilder des Tieres gesehen habe. Er mit seinem Team hingegen den Kadaver direkt vor Ort und könne somit die Verletzungen besser einschätzen. 
Klepper geht aber auch davon aus, dass es wohl ohne direkte Zeugenaussage im Dunkeln bleiben werde, ob es eine Hundeattacke war oder nicht. Auch wenn es widersprüchliche Thesen bezüglich des aktuellen Falles gibt, appelliert Klepper dennoch an das Verantwortungsbewusstsein von Hundehaltern, insbesondere in Waldgebieten. In Reaktion auf diesen Vorfall hat der KKB eine Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei erstattet. Speichel- und Gewebeproben aus den Bissstellen des Hirsches wurden laut KKB zur weiteren Untersuchung gesichert und könnten Jahre später als Beweismittel verwendet werden.
Die Stadt Kelsterbach hat keine generelle Anleinpflicht für Hunde erlassen, indes bittet er Hundebesitzer, ihre Tiere in Wäldern und Grünanlagen unter Kontrolle zu halten. Denn: Sollte sich die ursprüngliche Vermutung, dass ein Hund für den Tod des Albino-Damhirsch verantwortlich war, im Nachhinein allerdings doch noch bestätigen, wären die Konsequenzen für den Hundehalter gravierend. Neben Bußgeldern könnten im Wiederholungsfall oder bei nachgewiesenem Vorsatz sogar Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren drohen.
Zeugen des Vorfalls können sich bei der Polizei melden unter 06107/ 7 19 80. oh/red
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