Kelsterbach: Sternsinger der Pfarrei Herz Jesu und des Caritaszentrums im Einsatz für benachteiligte Kinder

„Weil es für einen guten Zweck ist“

Stimmgewaltig: Die Sternsinger singen ein Lied und bringen anschließend einen Segen am Haus an. Foto: Koslowski

Kelsterbach – „Ding Dong, Ding Dong“, Gerda Heller öffnet die Haustür und begrüßt die Sternsinger. Die Kinder und Jugendlichen, die das Haus segnen möchten, stehen in großer Zahl vor der Tür. Eva, Jule, Isabella, Lola, Mick, Anton und Ana tragen ihre Kostüme, die sie deutlich als Sternsinger erkennen lassen. Sie singen Gerda Heller das Lied „Es ist Sternsingerzeit“, segnen das Haus und bringen den Aufkleber mit dem Zeichen 20*C+M+B*24 am Türrahmen auf. Zum Dank erhalten sie einen Geldbetrag und eine prall gefüllte Tüte mit Süßigkeiten. 

Am Mittwoch sendeten die Pfarrei Herz Jesu und das Caritaszentrum Kelsterbach die Sternsinger aus. Mit 40 Teilnehmern bilden sie eine stattliche Gruppe, sagt Gemeindereferentin Marita Bach. Unter den Sternsinger befinden sich auch Kinder aus den Kindertagesstätten sowie aus der Schulkindbetreuung der Karl-Treutel-Schule und der Bürgermeister-Hardt-Schule. Die Kinder sind zwischen fünf und 17 Jahre alt. Bach freut sich, dass es sich nicht nur um eine große Gruppe, sondern auch um eine Gruppe mit einer breiten Altersspanne handelt. 
Eva läuft bereits zum dritten Mal bei den Sternsingern mit. „Weil es für einen guten Zweck ist“, sagt das zehnjährige Mädchen. Die gleichaltrige Jule ist zum ersten Mal dabei und nennt den gleichen Grund. Die beiden Mädchen freuen sich nicht nur über die Spenden der Familien, sondern auch über die Geschenke, die ihr Engagement versüßen. Mick ist froh, dass es nicht regnet, mitgelaufen wäre er gleichwohl auch, wenn es nass geworden wäre. 
Gerda Heller lässt ihr Haus schon seit vielen Jahren segnen. „Das hat Tradition“, sagt sie. Sie spendet gerne für Kinder, denen es nicht so gut geht. „Die Süßigkeiten gehören dazu“,sagt sie lachend. 
Vier Straßen läuft die Gruppe am Mittwoch ab. Insgesamt stehen für alle Sternsinger bis Samstagvormittag rund 70 Haushalte an. Die Zahl der Hausbesuche sei begrenzt worden, informiert Bach. „Wir wollen den Kindern nicht zu viel zumuten“, lautet ihre Begründung. Sie selbst ist ein Urgestein der Sternsingeraktion, lief als Kind mit und war die vergangenen Jahre in der Küche tätig. Denn die Mädchen und Jungen dürfen sich auf leckere Mittagessen freuen. Chili und Lasagne ohne Fleisch sowie Nudeln mit Tomatensoße wird in den Mittagspausen gereicht. 
Der Vormittag beginnt für die Sternsinger mit ihrer Segnung am Altar in der Kirche Sankt Markus und ihrer Aussendung. „Es freut mich, dass ihr so viele geworden seid. Am Anfang haben wir noch gedacht, was machen wir, wenn nicht so viele kommen“, begrüßt Marita Bach die Sternsinger und berichtet über ihre Befürchtung. Dann folgt ein kleines Frage- und Antwortspiel. In diesem Jahr steht bei der bundesweiten Aktion das Gebiet Amazonien, die Länder des Amazonasbeckens in Südamerika, im Fokus. Bach betont aber, dass für Menschen auf der ganzen Erde gesammelt werde. Alle seien Gottes Geschöpfe und Gott wolle, dass es allen Menschen gut gehe. „Die Menschen werden sich freuen und dankbar sein, dass ihr ihnen den Segen in das Haus bringt“, gibt sie den Kindern und Jugendlichen mit auf ihren Weg, um anschließend die Sternsinger und die benötigten Utensilien zu segnen. 
Vier Gruppen machen sich auf den Weg. Die Gruppen seien bewusst groß gehalten worden, um das Wir-Gefühl der Teilnehmer zu stärken. Sie sollen sich als Gemeinschaft stark fühlen. Gerade nach der Coronazeit sei es wichtig, wieder mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen, sagt Bach. Zumal es nach der Pandemie noch ein wenig ungewohnt sei, an fremden Haustüren zu klingeln. Die Sternsingeraktion bewertet sie als ungeheuer wichtig. Die Kinder erhielten ein Bewusstsein dafür, dass sie wichtig und stark seien. Sie hätten die Möglichkeit zu zeigen, dass sie für gute Dinge stehen. Dass die Gemeinde mit der Aktion auch Familien, erreiche, die nicht die Gottesdienste besuchen, ist ihr ein weiterer nennenswerter Grund. 
Wer indessen das Ende der Aktion erleben möchte, muss aber dann doch in die Kirche gehen. Der Abschlussgottesdienst ist am Sonntag, 7. Januar, ab 10 Uhr in der Kirche Sankt Markus. VON RÜDIGER KOSLOWSKI

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