Themenwoche der IGS Kelsterbach endet mit Demo

„Klima und Klimawandel" / Besuch im Umwelthaus

Mit selbst gemachten Plakaten und Transparenten starteten die Schüler der 7. Klassen zur Demonstration. Foto: Koslowski

Kelsterbach – Transparente und Schilder in den Händen tragend starten die Mädchen und Jungen von der Integrierten Ganztagsschule (IGS) zu ihrem Demonstrationszug Richtung Rathaus. Sie schmettern Parolen wie „Nie wieder Kohle“, „Menschen und Umwelt sind kein Kapital“, „Lasst die Kohle im Boden“, „1,2,3,4, wir protestieren hier, 5,6,7,8, Kinder an die Macht“ und 1,2,3,4, alle Bäume bleiben hier.“ Auf den Schildern steht etwa „Fischers Fritz fischt heute Plastik“ oder „Die Zeit rennt und ihr pennt“.

Die Polizei fährt vorne weg, die Schüler sollen schließlich ungefährdet auf der Straße durch das Quartier laufen. Die Demo führt zum Rathaus, dann Richtung Haus Weingarten und über die Weingärtenstraße wieder zurück zum Schulgebäude. Dort rufen die Schüler zunächst vor der Mensa noch einmal lautstark ihre Parolen, bevor sie auf dem Spielplatz am Klettergerüst zur Abschlusskundgebung zusammenkommen. 
Mit der Demonstrationsveranstaltung am vergangenen Freitag beenden sie ihre Themenwoche. Die Klassen der siebten Jahrgangsstufe hatten sich fünf Tage mit dem Thema „Klima und Klimawandel“ beschäftigt und wollten jetzt die Bevölkerung auf den Klimawandel und seine Folgen aufmerksam machen. Einige Passanten laufen schmunzelnd an den Schülern vorbei, andere nicken zustimmend. 
Das Thema habe die Fachschaft Gesellschaftslehre bestimmt, berichten die beiden Lehrerinnen Laila Nuri und Jacqueline Barros. Die Schüler hatten während der Woche das Umwelt- und Nachbarschaftshaus (UNH) besucht und einiges über den Fluglärm erfahren. Auch der Palmengarten war ein Exkursionsziel, dort war speziell der Klimawandel das Thema. Bei einem Film über die Klimaaktivistin Greta Thunberg und die Bewegung Fridays for Future erfuhren die Mädchen und Jungen, warum das Thema Klimawandel lebensrelevant sei.
Schließlich gestalteten die Schüler ihre Schilder und Transparente für den Demonstrationszug selbst. Sie hatten zuvor sogar in Wiesbaden einen Workshop besucht, bei dem sie lernten, wie man professionell Schilder und Transparente anfertigt. 
Die Themenwoche werde nun nach der Demonstration nachgearbeitet, berichten die Lehrerinnen. Mit der Demonstration seien die Emotionen angesprochen worden, informieren sie. Es habe die Frage beantwortet werden sollen, wie die Gesellschaft beeinflusst werden könne, wie Aufmerksamkeit geschaffen werden könne. Die Schüler sollten an der Politik partizipieren. 
Den Schülern gefiel die Woche mit dem Thema „Klima und Klimawandel“. Leyla, die sich unter den Schülern befand, die die Parolen vorsprachen, sagt: „Ich fand das gut, wir konnten uns mit dem Thema Klima beschäftigen und haben viel erfahren“. Vielleicht würden sie mit der Demonstration auch die Einstellung von Menschen ändern. Der Klimawandel sei vielleicht aufzuhalten, wenn die Umwelt nicht so sehr verschmutzt werde, stellt sie fest. 
„Ich habe viel gelernt“, versichert Sarah. Sie hebt besonders das Umwelt- und Nachbarschaftshaus hervor, wo den Schülern der Klimawandel erklärt worden sei. Sie findet, dass die Temperaturen nicht mehr jahreszeitengemäß sind und die Übergänge zwischen den Jahreszeiten nicht mehr spürbar seien. Sie selbst versuche, häufiger Fahrrad zu fahren, als sich von den Eltern mit dem Auto irgendwohin bringen zu lassen. Man sollte auch nicht so oft mit dem Flugzeug fliegen. „Es ist wichtig, den ökologischen Fußabdruck klein zu halten“, gibt sie Gelerntes wieder. 
Die Wetterkapriolen bei den Jahreszeiten ist auch Atrina aufgefallen. Im Sommer habe es dieses Jahr viel geregnet, im Herbst sei es nun richtig warm gewesen. Der Besuch im Palmengarten habe ihr persönlich nicht so viel gebracht, sagt sie ehrlich. Viel besser habe ihr die Gestaltung der Plakate gefallen. Sie stellt gleichwohl auch fest, dass sie generell viel über die Funktion des Klimas erfahren habe. Amar findet, dass es im Winter nicht mehr schneit, findet, dass es in diesem Sommer heißer war als im vergangenen Jahr. Er habe gelernt, dass man seinen Müll umweltbewusst entsorgen müsse. „Plastik darf man nicht ins Meer werfen“, unterstreicht er. Nuri und Barros berichten, dass die Schüler die Schule auch einen Energie- und Umweltcheck unterzogen hätten. Heizungstechnik, Stromproduktion, recyceltes Toilettenpapier – die Schule sei energie- und umwelttechnisch ganz gut aufgestellt, hätten die Schüler festgestellt. VON RÜDIGER KOSLOWSKI

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