Neue Mobilitätsstation im Mörfelden-Walldorf vorgestellt

Verknüpfungspunkt verschiedener Verkehrsmittel an der Okrifteler Straße

Überdacht, barrierefrei und mit elektronischer Anzeige: eine der beiden neuen Haltestellen an der Okrifteler Straße, die von X-Schnellbuslinien angefahren werden. (Foto: Beutel)

Mörfelden-Walldorf (db). Einen weiteren Schritt in Richtung Mobilitätswende vor Ort geht die Doppelstadt an der Okrifteler Straße. Dort ist aus der einst provisorischen Bushaltestelle auf Höhe der Rot-Weiß-Gaststätte eine „Mobilitätsstation“ geworden. Unter dieser Bezeichnung hat Bürgermeister Thomas Winkler am Montag vergangener Woche den Knotenpunkt gemeinsam mit Vertretern des Magistrats vorgestellt, an dem verschiedene Verkehrswege beziehungsweise Verkehrsmittel miteinander verknüpft werden sollen.

An den beiden neuen Bushaltestellen fahren die drei Schnellbuslinien Richtung Neu-Isenburg, zum Flughafen und nach Darmstadt, zum Teil im halbstündlichen Takt. Die Schnellbuslinien sind nach Angaben der Stadtverwaltung bereits im Dezember 2021 an den Start gegangen. Allerdings war zu dieser Zeit lediglich ein Haltestellenschild vorhanden, ohne Sitzgelegenheit oder Überdachung. Beides ist nun an den neuen Bushaltestellen vorhanden, die nicht nur barrierefrei zu erreichen sind, sondern auch jeweils mit einer elektronischen Fahrplananzeige ausgestattet – eine Premiere für Mörfelden-Walldorf, wie Bürgermeister Winkler hinzufügte.

Mietbare Fahrradboxen und Servicestation

Zwar habe es eine solche Anzeige schon einmal am Bahnhof Walldorf gegeben, allerdings wurde diese vom zuständigen Betreiber wieder abgebaut, erläuterte der Rathauschef. Künftig sollen allerdings weitere elektronische Anzeigen an Haltestellen im Stadtgebiet schrittweise installiert werden.
Zur Mobilitätsstation gehören zudem überdachte Fahrradparkplätze, oder eher: Fahrradboxen, die bei Bedarf von der Stadt gemietet werden können. Im Augenblick sind drei solcher Exemplare vorhanden. „Allerdings können wir, wenn sich der Bedarf erhöht, reagieren und weitere überdachte Fahrradplätze aufstellen“, sagte Winkler. Ergänzt wird das Angebot durch eine Servicestation, an der Radler kleinere Pannen an ihren Gefährten dank diverser kostenlos nutzbarer Werkzeuge reparieren können – inklusive Luftpumpe.
„Die Haltestelle ist auch aufgrund ihrer guten Lage als Verkehrsknotenpunkt konzipiert“, sagte der Projektverantwortliche vom Stadtplanungs- und -bauamt, Marko Brendel. Die Idee: Dort könne man direkt und bequem von einem Verkehrsmittel auf ein anderes wechseln. Der große Parkplatz direkt hinter einer der beiden Haltstellen spreche Autofahrer an, die ihren Pkw dort abstellen und weiter mit dem Bus fahren können. Für E-Autos stehen vier Ladesäulen bereit. Außerdem ist dort ein Carsharing-Angebot angesiedelt. Wegen des prominenten Standortes an einer Hauptverkehrsstraße sollen an der Haltestelle zudem Flächen entsiegelt und Bäume angepflanzt werden. Ein weiterer Effekt: Durch die Gestaltung der Mobilitätsstation wurde der Straßenraum optisch eingeengt, wodurch der fließende Verkehr beruhigt werden soll. Zusätzlich ist eine barrierefreie Wegekette gebaut worden, die im Umfeld der Haltestellen zwei Straßenquerungen beinhaltet. Mithilfe der vorhandenen taktilen Leitlinien können sich Menschen mit einer Sehbehinderung sicherer bewegen, sagte Winkler.

Stadt übernimmt 100 000 Euro der Baukosten 

Die Baukosten rangieren bei etwa 450 000 Euro. Davon übernimmt Hessen Mobil 300 000 Euro und die Lokale Nahverkehrsgesellschaft (LNVG) investiert 50 000 Euro, wodurch sich der Anteil der Stadt auf rund 100 000 Euro beläuft. Bürgermeister Winkler kündigt derweil bereits an, dass im kommenden Jahr die nächsten Bushaltestellen modernisiert werden sollen. „Aktuell laufen die Planungen für die Haltestellen an der Bürgermeister-Klingler-Straße und der Rüsselsheimer Straße.“ Diese Haltestellen wurden ausgewählt, da die Rüsselsheimer Straße 2025 von Hessen Mobil saniert werden soll und dabei die Arbeiten an der Haltestelle gleich miterledigt werden können. Im März sollen die Antragsunterlagen für den Förderantrag bei der Straßenverkehrsbehörde eingereicht werden, heißt es. Die Haltestelle an der Bürgermeister-Klingler-Straße werde im Zuge des Förderprogramms „Sozialer Zusammenhalt“ modernisiert.

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